Parodie und Eddi, unsere ersten eigenen Pferde! Hier ihre traurige Geschichte
Der Abend des Abschieds...Tränen in Martinas Augen...

Parodie
*05.05.94 +28.11.07
Genau wie Eddi kam sie am 6.7.2007 zu uns an den Stall. Warum haben wir sie gekauft? Wir haben uns auf den ersten Blick sofort in sie verliebt! Sie hat sich zwar am Besichtigungstag von einer dermaßen schlechten Seite präsentiert, so dass jeder halbwegs normale Mensch ohne Kaufzusage wieder gegangen wäre. Wir nicht! Sie war so zierlich, schön, sah total lieb aus. Sie war halt so, wie man sich ein liebes Pferd vorstellt. Am Tag, als wir sie zum ersten Mal live sahen, benahm sie sich mehr als merkwürdig. Sie schmiss sich beim Satteln auf die Knie, was uns ein Rätsel war, wir aber sofort eine Entschuldigung für ihr Verhalten fanden. Auf dem Weg zur Reithalle sprang sie ungefähr alle 3 Meter wie aufgeschreckt zur Seite, alles schien sie zu beunruhigen! Sehr komisch.. Beim Proberitt in der Halle hat Martina sich beim ersten Trabversuch eine Zerrung zugezogen, sodass der Ritt endete, bevor er überhaupt begann. Als wir zum Stall zurückgingen und uns über einen eventuellen Kauf beraten wollten, steckte Parodie ihren Kopf mitten in unsere kleine Gruppe, als wolle sie mitentscheiden... keinem fiel sie so wirklich auf..einfach nur süß...es war entschieden... manch einer wird sich fragen, warum wir dieses Pferd denn eigentlich gekauft haben, mit dieser Beule am Bein, die ja scheinbar nur ein Grützbeutel war, gem. Röntgenbilder, die man uns mitgab, und mit diesem unmöglichen Verhalten und den Spezialhufeisen, ohne die sie nicht laufen konnte?!
Ganz klar: In ihrem Blick lag mehr Liebe und Vertrauen zum Menschen, in diesem Fall uns, als man sich von einem "Tier" überhaupt vorstellen kann! Wir waren gefangen von ihrer Ausstrahlung, ihrem Aussehen und ihrem Geruch, sie war einfach nur toll! Später wurde sie wirklich Martins beste Freundin! Er hat dank ihr wieder Freude am Reiten gefunden und die Angst vorm Galoppieren überwunden! (man denke ans ungewollte Rodeo mit Eddi!)
Sie hat es einem wirklich leicht gemacht, sie zu lieben!
Die Diagnose des Tierarztes, dass er "sie nicht mehr zum Laufen bekommt", traf uns wie ein Schlag, der uns viele schlaflose Nächte bereitete. Der Entschluss, ihrem Leiden ein Ende zu bereiten, war nicht von heute auf morgen gefasst, aber doch unausweichlich. Der 28.11.2007 war einer der schrecklichsten Tage, die wir bis dahin erlebt haben. Diese Erfahrung machen zu müssen, nach so kurzer aber intensiver Zeit, war die Hölle! Buchstäblich bis zum letzten Atemzuge haben wir sie begleitet. Der Anblick, als sie nach dem Bolzenschuss niedersank, werden wir niemals vergessen...ein Albtraum...Jeder der so etwas mal erlebt hat, weiss, was wir und sie durchmachen mussten.
Im Nachhinein wissen wir: Parodie war mit Abstand das netteste, liebenswerteste und treueste Pferd, was wir bis heute kennengelernt haben. Das können wir sagen, ohne etwas verklärt zu sehen, weil es Parodie nun nicht mehr gibt.
Viele schöne Stunden, wenn auch zu wenige, haben wir mit dir erlebt, Parodie! Keine einzige davon möchten wir missen! Wir haben viel durch dich gelernt! Niemals werden wir dich vergessen!
Im Übrigen war sie auf dem Kümper Hof Prinz liebste Freundin! Die beiden waren das Dream Team schlechthin und keine andere Stute durfte sich Prinz auch nur auf 5 Meter nähern, sonst wurde aus der lieben Parodie plötzlich eine eifersüchtige, um sich schlagende Ehefrau!!! Eine Furie ;-)

"Eddi" ist da, die Freude ist groß, man kann es kaum glauben...
Eddi; Martins 1. eigenes Pferd...
Ein Fall für sich...
Der Wallach "Eddi" war laut Vorbesitzer ein 12 Jahre altes Reitpferd und auf jeden Fall für einen "Änfänger" geeignet. Auf Anhieb fanden wir ihn lieb, süß und unkompliziert. Also, blauäugig wie wir damals noch waren, haben wir Eddi gekauft, nachdem wir ihn einmal zur Probe ritten. Wunderbar und toll fühlte es sich an, auf ihm zu galoppieren!! So sicher, so weich, alles war toll...
Am 6.7.2007 war es soweit: Eddi wurde "geliefert". Es war ein sonniger Freitag, die letzten Handgriffe am neuen Stall wurden erledigt, damit alles für unsere Neuankömmlinge startklar war. Die beiden, Parodie und Eddi, sollten sich einfach nur wohl fühlen und sich langsam, aber sicher eingewöhnen.
Am Samstag schon wollten wir mit Eddi auf der Weide einen kleinen Proberitt wagen; nur einmal innerhalb der Weide, ihm alles zeigen, nichts Wildes...
Martina wagte sich zuerst auf den zahmen Riesen. Ein bißchen Schritt, ein bißchen Trab, dann sollte ein kleiner Galopp gestartet werden. Dieser begann aber leider bereits mit einem formvollendeten Rodeo und Martina landete kopfüber auf dem Rasen. Der erste Ritt war für sie auch gleichzeitig der letzte auf Eddi. Seine Zeit bei uns begann also nicht gerade vielversprechend.
Von nun an war Eddi ausschließlich Martins Pferd. Der Wallach war ausgesprochen schlecht bis gar nicht erzogen und sehr "prollig", wenn man das von einem Pferd überhaupt so sagen kann. Er benahm sich wie die berühmte Axt im Walde! War sein Futter leer, wurde kurzerhand Parodie aus der Offenstallbox "gejagt", damit er ihr Futter auch noch auffressen konnte; Manieren? Fehlanzeige! Hufe geben? NÖ, keine Lust! Still stehen beim Putzen?! Auf keinen Fall, weshalb denn, ich werde sowieso wieder dreckig auf der Weide! Hufschmied? Der kann mich mal gerne haben, hatte ich eh lange nicht, brauche ich nu auch nicht mehr... Auftrensen und dabei mal einmal ruhig stehen! Wieder keine Lust! Ein Kampf, den Martin aber immer gewann! Den Kampf, den Martin aber nie gewann, war der Kampf zwischen dem Trab und dem Abflug!
Welchem Abflug? Dem aus dem Rodeo vom Pferd... gefährlich, gefährlich.... Eddi hat ein einziges Mal während seines Aufenthaltes bei uns keinen Rodeo im Galopp gemacht, aber das Erlebnis war nicht wirklich ungefährlicher als die anderen Male: Eddi ist im Jagdgalopp durchgeknallt und mit Martin auf dem Rücken quer über ein Stoppelfeld gerast, direkt in Richtung Stall. Als er ihn endlich zum Stehen brachte, konnte sich Martin nur noch knapp über den Hals retten, ehe Eddi weiterraste und schließlich wohlbehalten auf unserer Weide graste. So ein Mistkerl, tat, als wäre nichts passiert. Martin stand mit dem Thema "Galopp" nun erst mal auf Kriegsfuß. Vorerst war nur noch Trab angesagt.
Wir haben in der Zeit viele Asuflüge mit den Pferden gemacht, auch weit weg vom Stall, stundenlang querfeldein durch die Gegend, vieles im Schritt, höchstenfalls im Trab, nicht ahnend, was wir uns da eingehandelt haben mit dem lieben Eddi. Wohin Martin mit ihm gehen wollte, auf Eddi war Verlass, er ging mit ihm durch Wald, durch den dicksten Verkehr, LKW und alles, was laut war: kein Problem für Eddi!, als hätte er Scheuklappen, zumindest aber Erfahrung im Straßenverkehr!
Ein erstes Spaziergang-Erlebnis schoß uns auch gerade durch den Kopf: Das erste Mal war das Tor der Weide auf. Die Pferde waren bereit für den ersten Gang von der Weide runter auf den Feldweg. Martin wollte mit Eddi zuerst gehen, da Parodie nicht ganz scheufrei war. Eddi sah das hohe Gras und es passierte das, was immer bei Eddis prolligem Verhalten geschah: Er raste los, Martin am Strick hinterher. Auf die letzten Zentimeter schaffte Martin es, den wildgewordenen, verfressenen Wallach aufzuhalten! Der Spaziergang war beendet, ehe er begonnen hat...Knapp 6 Wochen nach "Lieferung" von Eddi haben wir aus reiner Neugier mal im Internet recherchiert, was genau die Nummern eines Equidenpasses im Einzelnen zu bedeuten haben, wie sie sich zusammensetzen. Bedeutsam war hier, dass die letzten 2 Zahlen das Geburtsjahr des Pferdes ergeben. Ich schaute auf die Pässe unserer beiden Hübschen: Parodie eine 94, richtig, sie war 13 Jahre alt; bei Eddi war eine 89?!?! Wie geht das??? Er sollte doch erst 12 Jahre alt?? Wir haben die Zahl 95 erwartet...durch einen dummen Zufall also haben wir herausgefunden, dass Eddi bereits 18 Jahre alt war. Aber das war noch nicht das Ende von der Geschichte. Der Vorbesitzer, der Händler Dieter Wydra aus Hamm, wollte uns erzählen, dass er nicht wußte, dass der Wallach bereits so alt sei. Auch wollte er nicht gewußt haben, dass Eddi ein reines Kutschpferd war und ein unglaublicher Kleber, der durch geschlossene Stalltüren drängelte, dass die Schlösser meterweit durch den Druck flogen, nur um aus dem Stall zu kommen! Von dem Problem im Galopp, dem Rodeo wollte er auch angeblich nichts gewußt haben. Kurzum: Wir verlangten von ihm, wenn auch schweren Herzens, Eddi zurück zu nehmen und unser Geld wieder zu bekommen.
Für den Tag, an dem wir dann nach einem Streitgespräch vereinbart hatten, dass Herr Wydra den Wallach wieder abholte, haben wir Eddi herausgeputzt, ein letztes Mal, ihn so toll hergerichtet, um ihn nicht so zurück zu geben, wie wir ihn bekommen hatten.
Wer nicht kam, wie vereinbart, war Dieter Wydra. Eddi stand bei uns, fix und fertig, abholbereit. Doch am Telefon sagte uns DW klipp und klar, dass er nicht kommen wird, wir sollten zusehen, wie wir den "Bock" nach Hamm kriegen, wäre unser Problem!
Wir sind dann zu unserem neuen Stall gefahren, in der Hoffnung, einen Anhänger ausleihen zu können. Keiner von uns hatte bis zu dem Zeitpunkt weder ein Pferd verladen, noch abgeladen noch überhaupt jemals einen Pferdeanhänger benutzt! Zum Glück war dann jemand so nett und hat uns seinen Anhänger geliehen (DANKE Karlheinz!) und wir konnten Eddi zurück nach Hamm bringen. Wutentbrannt kamen wir dort an. Dort ließ uns DW noch fast eine Stunde warten und erst nach mehrmaligen Anrufen bei ihm kam er her und nahm den Wallach in Empfang, händigte uns das Geld aus und würdigte uns keines Blickes mehr.
An dieser Stelle: Kauft niemals ein Pferd bei Dieter Wydra aus Hamm. Bei ihm sind alle Pferde 12 Jahre alt und Anfängerpferde. Die meisten Pferde kauft er aus Polen und verkauft sie hier weiter! Die Krankheiten der Pferde verschweigt er. Unsere Vermutung: Die Pferde bekommen beim Proberitt ein Beruhigungsmittel, anders ist der Proberitt auf Eddi nicht zu erklären!
Für uns ist damit ein trauriges Kapitel zu Ende gegangen. Die erste Erfahrung zum Thema Abschiednehmen von einem Pferd ist damit gemacht worden. Man kann einem Pferd nicht erklären, warum man es weg gibt. Man versucht nur, es vor sich selbst zu rechtfertigen...
Eddi, wir haben dich nicht vergessen...wir hatten auch schöne Stunden mit dir!